Ich mache Dinge gerne einfacher.
Mich interessieren Unternehmen besonders dann, wenn etwas über Jahre gewachsen ist und irgendwann keiner mehr so genau weiß, warum es eigentlich so kompliziert geworden ist.
Wie ich auf Unternehmen schaue
„Ich sehe kein Chaos. Ich sehe ein System, das noch keiner aufgeräumt hat.“
Und meistens interessiert mich weniger, wie man dieses System noch besser verwalten kann. Mich interessiert zuerst, warum es überhaupt so aussieht.
Ich habe eine ziemlich geringe Toleranz für Dinge, die nur deshalb gemacht werden, weil sie irgendwann einmal eingeführt wurden.
Ein Meeting jeden Montag. Eine Freigabe durch den Geschäftsführer. Eine Excel-Liste neben einem System. Ein Bericht, den niemand liest. Drei Abstimmungen für eine Entscheidung, die eigentlich einer treffen könnte.
Bei solchen Dingen kommt bei mir automatisch eine Frage:
Warum machen wir das eigentlich so?
Manchmal gibt es darauf eine sehr gute Antwort. Dann bleibt es.
Manchmal gibt es keine. Dann wird es interessant.
Wie ich denke
Vier Regeln reichen für erstaunlich viele Entscheidungen.
Erst fragen.
Nicht sofort verbessern. Erst verstehen, warum etwas überhaupt existiert.
Weglassen vor verbessern.
Der beste optimierte Prozess ist manchmal der, den man gar nicht mehr braucht.
Einfach vor clever.
Eine verständliche Lösung ist häufig wertvoller als eine besonders raffinierte.
Machen vor zerreden.
Wenn klar ist, was sich ändern soll, muss daraus keine monatelange Initiative werden.
Bei diesen Sätzen werde ich hellhörig
Kleine Sätze. Große Hinweise.
Die andere Seite
Auch Einfachheit kann kompliziert werden.
Wer gerne Systeme baut, läuft selbst Gefahr, irgendwann zu viele Systeme zu bauen.
Das kenne ich gut. Aus einem Problem wird eine Lösung. Aus der Lösung ein System. Aus dem System eine Plattform. Und plötzlich hat man neue Komplexität gebaut, um alte Komplexität zu beseitigen.
Deshalb gilt BACK TO BASICS auch für BACK TO BASICS selbst.
Wenn etwas keinen klaren Zweck erfüllt, braucht es einen guten Grund, warum es trotzdem bleiben sollte.
Was ich gerne mache
Beobachten. Muster erkennen. Vereinfachen.
Ich glaube nicht daran, dass jedes Unternehmen möglichst wenig Prozesse, möglichst wenig Regeln oder möglichst wenig Software braucht.
Manche Dinge müssen kompliziert sein. Manche Kontrollen sind notwendig. Manche Systeme sind extrem wertvoll.
Die Frage ist nicht:
„Wie können wir überall weniger machen?“
Sondern:
„Wofür verbrauchen wir Ressourcen – und ist es das wert?“
Zeig mir, was bei euch kompliziert ist.
Kein Pitch nötig. Zwei oder drei Sätze zu einem Ablauf reichen für den Anfang.
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